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Parodontose

Parodontal-Erkrankungen

Etwa zwei von drei Erwachsenen leiden an „Parodontose“, das heißt, an einer Form von Zahnfleisch- bzw. Zahnbetterkrankungen. Die Zahnärzte sprechen dabei von „Parodontitis“, da es sich dabei eigentlich um eine echte Entzündung des Zahnhalteapparates handelt und nicht um einen unbestimmten Zahnfleischrückgang. Der Verlauf dieser Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein, oft kommt es unbemerkt zunächst zu Zahnfleischentzündung mit Bluten beim Zähneputzen – für viele Menschen scheinbar ein „Normalbefund“, denn in der Regel schmerzt das Zahnfleisch dabei kaum. Aber gerade dieses Symptom ist ein Alarmzeichen allererster Güte: Bakterien am Zahnfleischsaum verursachen eine massive Entzündung, die sich unbehandelt leicht in Richtung Zahnwurzel und Kieferknochen ausbreiten kann. Dabei kommt es dann zu den sogenannten „Zahnfleischtaschen“, welche regelmäßig auch zum Abbau des Kieferknochens führen und so den Zahn lockern.
Die Parodontitis stellt mittlerweile die Hauptursache für Zahnverlust im Erwachsenenalter dar, noch vor der Karies mit ihrer typischen Zerstörung der Zahnsubstanz. Karies und Zahnlöcher können relativ einfach durch Füllungen, Inlays und Kronen behandelt werden, aber die eigentliche Verankerung des Zahnes im Knochen als Grundlage für den Zahnerhalt ist sehr häufig bedroht.
Was nützt eine ästhetisch und funktionell perfekte Krone, wenn der sie tragende Zahn wackelt, bzw. schmerzhaft ist und ausfällt?
Oft kommt es bei der Parodontitis zu einem deutlich sichtbaren Rückgang des Zahnfleisches, der Zahn wirkt deutlich zu lang. Es ist also besonders wichtig und grundlegend für jede weitere Behandlung, dass eine Parodontitis frühzeitig erkannt wird. Zum Beispiel macht zurückweichendes Zahnfleisch unter einer Krone den metallischen Kronenrand sichtbar.
Die Behandlungsmethoden sind heute sehr fortgeschritten und differenziert: im Wesentlichen geht es darum, die bakteriellen Beläge auf den befallenen Zahnwurzeln zu entfernen, die Oberflächen zu glätten und so ein entzündungsfreies, gut pflegbares Gebiss zu erreichen. Dies kann – je nach individuellem Grad der Erkrankung – zunächst durch ein schonendes Behandeln mit feinen Ultraschall- oder Handinstrumenten ohne zusätzliche operative Eröffnung des befallenen Gebietes erfolgen. Ist aber die Parodontitis bereits weit fortgeschritten, kommt man um eine begrenzte Zahnfleisch-Op nicht herum: der erkrankte Zahnhalteapparat wird unter direkter Sicht schonend und gründlich mit Spezialinstrumenten gesäubert, eitriges Entzündungsgewebe wird sorgfältig entfernt – nur so kann es zur teilweisen Regeneration und Gesundung des Zahnfleisches kommen. Aber diese Maßnahmen sollten auf die wirklich stark befallenen Zähne beschränkt bleiben und erfolgen in der Regel als mikrochirurgischer Eingriff unter Zuhilfenahme von vergrößernden Lupenbrillen bzw. dem Operationsmikroskop. Keinesfalls wird hierbei Zahnfleisch „weggeschnitten“, wie dies in veralteten Methoden oft vorkam. Im Gegenteil: Wenn notwendig, kann in einigen Fällen ein Aufbau der Zahnverankerung durch spezielle „High-Tech“-Maßnahmen, wie z.B. Knochenersatzmaterialien oder biologische Wachstumsproteine (sog. „Schmelz-Matrix-Proteine“) erfolgen.

Nach der Behandlung ist vor der Behandlung:
Nur bei regelmäßig erfolgender Kontrolle und Reinigung des Gebisses durch ein enges Miteinander von Zahnarzt und Prophylaxeassistentin kann das Zahnfleisch dauerhaft gesund bleiben. Die Häufigkeit der notwendigen professionellen Reinigungs- und Kontrollmaßnahmen („Recall“) ergibt sich durch die Schwere des individuellen Krankheitsbefundes. Parodontitis ist eine chronische Entzündungskrankheit, welche nur durch lebensbegleitende Therapiemaßnahmen beherrscht werden kann. Eine ganz entscheidende Rolle kommt hierbei natürlich der richtig ausgeführten häuslichen Mundhygiene zu.
All diese Maßnahmen sind nicht nur aus Gründen der Zahnerhaltung und als Basis für hochwertigen, ästhetisch anspruchsvollen Zahnersatz nötig, vielmehr gilt heute als gesichert, dass Parodontitis einen erheblichen Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Frühgeburten darstellt. Das Entzündungsgeschehen bleibt nicht auf die Mundhöhle beschränkt, sondern schädigt die empfindlichen Blutgefäße - ähnlich wie das Zigarettenrauchen.
Die Früherkennung von Parodontose-Erkrankungen ist einfach und rasch durchzuführen: mit einer speziellen Messsonde wird der Zahnfleischsaum sondiert und der sogenannte „PSI-Code“ ermittelt, ein Index, welcher innerhalb weniger Minuten Aufschluss gibt über Art und Schwere einer möglichen Parodontitis. Diese erste, entscheidende Maßnahme ist mittlerweile Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und kann gemeinsam mit einer gründlichen Zahnuntersuchung erfolgen. Durch den Einsatz modernster Analyseverfahren kann dann eine Bestimmung der aggressiven, krank machenden Keime erfolgen.
Schöne, naturgesunde Zähne, ein raffinierter und perfekter Zahnersatz, hochwertige Zahnimplantate – sie alle können ein Leben lang halten, denn wir sorgen gemeinsam mit Ihnen für ein gesundes Zahnbett, entzündungfreies und widerstandsfähiges Zahnfleisch.


 

 

 

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Praxis Dr. Volker Spiegel